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30 | 11 | 2022

Werktagskapelle

Das Fresko an der Hauptwand

Von 1930-91 diente das Erdgeschoss des Turmes als Taufkapelle. Bei der dritten Renovierung der Kirche erfuhr sie eine Wandlung zur Werktagskapelle, umgestaltet wiederum von Bert Kellermann.
Die Hauptwand beherrscht ein Fresko „Die sieben Sakramente“ von Herbert Bienhaus, Köln. Es trat 1949 an die Stelle einer im Krieg zerstörten Wandmalerei von Ludwig Baur, Köln, welche die Taufe Christi darstellte und zu Unrecht von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert wurde. Doch auch dem Fresko von Bienhaus hatte Feuchtigkeit stark zugesetzt. Schließlich befand sich die Wandmalerei in einem solch bedenklichen Zustand, dass sie in Absprache mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege 1990 umfassend durch Johannes Hartmann, Bruchhausen, restauriert und konserviert werden musste. Heute präsentiert sie sich in eindrucksvoller Weise wieder dem Betrachter.
In der Mitte – über einem Regenbogen, dem Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen – thront majestätisch Christus als König. Drei ausgestreckte Finger der rechten Hand deuten sowohl auf die Dreieinigkeit hin als auch auf den Schwur: Seid gewiss, Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Die linke Hand hält bergend die Weltkugel mit dem aufgerichteten Kreuz.
Darstellungen der einzelnen Sakramente reihen sich aneinander von der linken zur rechten Seite, jeweils von einem Engel personifiziert.


1. Ehe: Ein von innerer Andacht erfülltes Brautpaar hat sich die Hände gereicht und ist niedergekniet. Der Engel schlingt die von seiner Schulter herabhängende Stola um die Hände des Paares und erhebt seine Rechte zum Segen.
2. Taufe: Der zweite Engel trägt ein Kind auf dem Arm und gießt Wasser über das Köpfchen des Täuflings.
3. Buße: Im unteren Drittel des Bildes kniet ein Knabe, mit den Händen sein Gesicht bedeckend. Der Engel beugt sich zu ihm hinab und berührt mit seiner Hand die Schulter des Schuldbewussten.
4. Sakrament des Altares: Der Engel reicht einem Mädchen, das ehrfurchtsvoll mit gefalteten Händen und gläubigem Blick den Empfang der Hostie erwartet, das Heilige Brot.
5. Firmung: Der Engel berührt mit der rechten Hand die Wange eines vor ihm knienden Jünglings. Vor dem II. Vatikanischen Konzil gehörte der leichte Backenstreich, ähnlich dem Ritterschlag, zum Ritus der heiligen Firmung: Wer seinen Glauben bekennen will, muss auch bereit sein, Leiden und Widerwärtigkeiten zu ertragen.
6. Weihe: Der Engel steht mit gefalteten Händen vor dem knienden Weihekandidaten, der seine Arme ausgebreitet hat. Auf seinem Rücken ist das Messgewand aufgerollt, das gemäß dem vorkonziliaren Ritus nach Beendigung der Weihehandlung entfaltet wurde, ein Hinweis darauf, dass erst mit Erlaubnis des Bischofs die vorher gebundenen Vollmachten in der Kirche ausgeübt werden dürfen.
7. Krankensalbung (vor dem II. Vatikanum „Die letzte Ölung“): Der Sterbende liegt geborgen in den Armen des siebten Engels. Ein kleiner Engel unterhalb hält die Sterbekerze.

Hl. Antonius

Auf der linken Seitenwand, ein Halbrelief aus grauem Muschelkalk, 1952 von Wilhem Tophinke geschaffen. Der hl. Antonius von Padua reicht einem Armen, von dem nur die Hände sichtbar sind, Brot. Meistermann akzentuierte dieses Werk 1968 durch einen roten Halbbogen. Er skizzierte außerdem über dem Weihwasserbecken Wellen mit dem darüber schwebenden Heiligen Geist in Gestalt der Taube.

Madonna mit Kind

Eine Madonna mit Kind, entstanden um 1500 im Bodenseegebiet, kam als Geschenk in den Besitz der Kirche und fand 1991 in neuer Fassung ihren Platz links von der Glastür, welche die Werktagskapelle vom Hauptraum der Kirche trennt.