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09 | 04 | 2020

Emergency Room Lesbos / Fotoausstellung Martin Gerner

Von den Rändern der Festung Europa - St. Nikolaus von 14.März. bis 30. April 2020

 

Lesbos, der bekannteste der Hotspots in der Ägäis für Flüchtlinge, ist seit Jahren Synonym für die Festung Europa: Unzählige Menschen suchen hier Sicherheit vor Krieg, Armut und Verfolgung in der EU. Viele kommen bei der Überfahrt über das Meer ums Leben. Lesbos ist der Beginn der Balkan-Route.

Allein im Lager Moria, ursprünglich als Kaserne konzipiert für 3.000 Personen, leben derzeit mehr als 20.000 Menschen unter unwürdigen Bedingungen. Zusammengepfercht wie Vieh. Frierend unter freiem Himmel. Ohne Duschen und ernsthafte medizinischer Hilfe. „Viele der  Schutzsuchenden schlafen auf notdürftigen Plastikplanen, auf Pappkartons oder auf der nackten Erde. Es fehlt an Sanitäranlagen, an psychologischer Betreuung“, so der Autor Martin Gerner, der die Lage vor Ort für unseren Gedenk-Gottesdienst in seiner Foto-Ausstellung Emergency Room Lesbos. Von den Rändern der Festung Europa dokumentiert. 
 
„Wo man hinblickt sieht man menschliche Tragödien und dieser für Männer und Frauen, Kinder und Säuglinge, Alte und Minderjährige nicht enden wollenden Odyssee. Gezeichnete Gesichter: von der Meeresüberfahrt, von der enttäuschten Hoffnung, in Europa auf einen menschenwürdigeren Umgang zu stoßen. Gedemütigte Gesichter angesichts eines komplexen EU-Flüchtlingsregimes bei dem sich Bürokratie und Korruption, Unvermögen und Überforderung mit unklaren Zuständigkeiten mit dem Willen zur Abschreckung der Flüchtlinge mischen“, so Martin Gerner, dessen Bilder diesen schockierenden Teil der Balkanroute und das schwierige Zusammenleben zwischen der Türkei und Europas Grenzen eindringlich dokumentiert. 


Der Fotograf


“Mein Großvater ist vor 75 Jahren im Mittelmeer ertrunken. Zwischen der Küste Italiens und Nordafrikas. Schiff und Besatzung versanken in den Fluten. Jede Rettung kam zu spät. Die Umstände waren damals andere als heute. Eine Verbindung zu den aktuellen Unglücken im Mittelmeer besteht gleichwohl. Womöglich arbeitet dieser Teil Familiengeschichte unbewusst in mir, die ganzen Jahre über“, sagt Martin Gerner.


Er hat als Autor jüngst mehr als einen Monat auf Lesbos recherchiert und Notlage der Flüchtlinge auf der Ägäis-Insel dokumentiert. Seit über 25 Jahren dokumentiert er Verläufe und gesellschaftliche Notstände für Deutschlandfunk, WDR-Autor und den ARD-Hörfunk. Er arbeitet als Fotograf und Dokumentarfilmer. Sein Film Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen ist weltweit ausgezeichnet worden. Daneben ist er Privatdozent für Konfliktforschung und Interkulturalität. Für Menschenrechte und Zivilgesellschaft engagiert er sich seit 2001 in Afghanistan beim Aufbau einer neuen Medienlandschaft und für die Presse- und Meinungsfreiheit am Hindukusch und im Irak u.a.
In Deutschland ist Martin Gerner als Kurator und Referent zu Fragen der Integration tätig und engagiert sich in Bildungsarbeit und Wissensvermittlung über Fluchtländer und Fluchtursachen für Alt und Jung.


Weitere Informationen / Links
Homepage von Martin Gerner: www.martingerner.deDokumentarfilm: www.generation-kunduz.comFlyer: Gedenkgottesdienst und Ausstellung
Gedenkgottesdienst "Zuflucht"
Eine Ausstellung in Kooperation mit Claudia Grundwald, der Gemeinde St. Nikolaus und der Aktion Neue Nachbarn des Bistums Köln. Eröffnung zum Gottesdienst „ZuFlucht“, 14. März 2020 um 18 Uhr.

 

Ausstellungszeitraum: Sa. 14. März – Sa. 30. April 2020

Öffnungszeiten: Mittwoch 10h-18h und 18.30h Abendmesse

Freitag 10h-18h und Kreuzwegandacht 18.30h Abendmesse
Sonntag 10h Messe und offen bis Abendmesse 19.30h   

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